Win Schumacher journalist, fotograf, weltreisender alles wahre leben ist begegnung
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Hiidenportti-Nationalpark

Finnland Kainuu

Im Revier des Vielfraßes

Bartkäuze im Schneegestöber, tanzende Kraniche und balzende Auerhähne: Der Hiidenportti-Nationalpark beherbergt eine einzigartige Vogelwelt. Und auch die großen Räuber des borealen Nadelwalds sind hier zuhause: Luchse, Braunbären, die seltenen Vielfraße und manchmal sogar Wölfe. Im Park können Naturliebhaber vorbei an tiefen Schluchten und Felsabgründen wandern. In der Nebensaison hat man die Waldeinsamkeit hier meist ganz für sich allein.

Galapagos-Nationalpark

Ecuador – Galapagosinseln

Arche Noah am Äquator

Am weißen Strand von Gardner Bay räkeln sich kleine Grüppchen von Seelöwen im heißen Sand. Im schwarzen Lavagestein am Rand der Bucht dösen Meerechsen. Mit den spitzen Dornen ihres Rückenkamms sehen sie wie kleine Dinosaurier aus. Die Ankunft von Menschen auf ihrem Eiland scheint sie nicht zu stören. Selbst die vorwitzigen Spottdrosseln und die unscheinbaren Darwinfinken zeigen keinerlei Furcht. Touristen wähnen sich auf den Galapagos auf Forschungsreise durch einen nie betretenen Garten Eden. Wer in das Zeitalter der Entdeckungen eintachen will, wird hier das Staunen lernen. Über dem gebirgigen Archipel kreisen rotbäuchige Fregattvögel. Blaufußtölpel und die flugunfähigen Stummelkormorane brüten entlang der Küsten. Truppen von Pinguinen schießen durch das Wasser auf der Suche nach Nahrung. Eine einsame Riesenschildkröte sieht zu, wie ein Landleguan von einem Kaktus nascht. Mehr als 180 Jahre nach dem Besuch Darwins scheinen die Inseln noch immer so, als hätte der Mensch nie einen Fuß auf sie gesetzt.

François-Peron-Nationalpark

Australien – Korallenküste

Magie am Riff

Seit Jahrtausenden wird die Gegend um die Peron-Halbinsel von den Ureinwohner-Stämmen der Mulgana und Nanda bewohnt. Sie haben eine der artenreichsten Landschaften Australiens und eine schillernde Unterwasserwelt bewahrt. Einige bedrohte Beuteltiere wie die seltenen Bilbies oder Kaninchennasenbeutler wurden im Nationalpark wiederangesiedelt. Hier sind auch die australischen Big Five des Ozeans zu beobachten: Walhaie, Buckelwale, Delfine, Mantarochen und Meeresschildkröten – mit etwas Glück sogar an einem einzigen Tag. Dazu gesellen sich die Gabelschwanzseekühe oder Dugongs. Etwa zehn Prozent der weltweiten Bestände leben heute entlang der westaustralischen Korallenküste.

El Mirador

Guatemala – El Petén

Die verlorene Metropole der Maya

Wenn die Abendsonne den Himmel über El Petén rot färbt und goldener Dunst über den Dschungel wabert, dringt das heisere Grölen der Brüllaffen aus den Wipfeln. Über nichts als Urwald blickt man von der Mayapyramide La Danta. Keine Straße. Keine Wegschneise. Keine Rauchfahne. Noch nicht einmal der Kondensstreifen eines Flugzeugs kratzt ins Abendrot über dem größten Waldgebiet Mittelamerikas. Als die ersten Piloten in den 30er Jahren über den Norden Guatemalas flogen, glaubten sie eine Reihe erloschener Vulkane entdeckt zu haben, die auf keiner Karte verzeichnet waren. Doch es waren die Gipfel mächtiger Pyramiden, die vor zweitausend Jahren die Zentren von geschäftigen Städten waren. Zur Zeit Jesu war El Mirador die größte Metropole der Maya. Mit 72 Metern stand hier die höchste aller Pyramiden Mesoamerikas, höher als die Sonnenpyramide von Teotihuacán in Mexiko und massiver als die Cheops-Pyramide von Gizeh in Ägypten. La Danta war einst das Zentrum der Maya-Welt. Die Bewohner El Miradors legten die Sümpfe trocken, trugen den Lehm ab und fällten den Wald für die Anlage ihrer Terrassenfelder und den Bau immer aufwändigerer Bauten. Irgendwann hatten sie ihre eigene Lebensgrundlage zerstört. Die Konsequenz waren wohl Hungersnöte und Kriege, die die Maya zwangen, die einst machtvollste ihrer Städte aufzugeben. Der Dschungel eroberte irgendwann die Metropole zurück. Heute streift der Jaguar zwischen den von Schlingpflanzen und Urwaldriesen überwucherten Ruinen. Das Maya-Biosphärenreservat rund um El Mirador gilt heute als der artenreichste erhaltene Tieflandregenwald Guatemalas.

Dzanga-Sangha-Schutzgebiet

Zentralafrikanische Republik – Sangha-Mbaéré

Lichtung in der Finsternis

Zusammen mit dem Lobéké-Nationalpark in Kamerun und dem Dzanga-Ndoki-Nationalpark in der Republik Kongo bildet das Dzanga-Sangha-Schutzgebiet das UNESCO-Welterbe Trinational de la Sangha. Der Park in der krisengeschüttelten Zentralafrikanischen Republik ist weltberühmt für seine Waldelefanten, die regelmäßig eine Reihe an Lichtungen inmitten des Urwalds besuchen. Gleichzeitig bietet die Region einen Rückzugsort für die bedrohten Westlichen Flachlandgorillas und fast die gesamte Artenvielfalt des Kongobeckens.

Chobe-Nationalpark

Botsuana – Kavango-Zambezi

Eldorado der Elefanten

Der älteste Nationalpark Botsuanas hat die wohl dichteste Elefantenpopulation Afrikas. Etwa 120.000 Tiere soll das Gebiet beherbergen. Der Chobe-Nationalpark ist eines der Herzstücke des Kavango-Zambezi-Schutzgebiets, des größten länderübergreifenden Reservats der Erde. Von hier aus können die Tiere nach Simbabwe, Sambia, Namibia und Angola wandern. Berühmt ist der Chobe-Nationalpark auch für die Löwen von Savuti, die in der Trockenzeit Jagd auf Elefanten machen.

Badlands-Nationalpark

USA – South Dakota

Die Rückkehr der großen Brüder

Die wildgezackte Silhouette der Badlands bildet eine majestätische Kulisse für den größten Bewohner der amerikanischen Prärie: den Bison. Einst standen die zotteligen Urrinder am Rand der Ausrottung. Heute sind sie im wilden Westen der USA wieder auf dem Vormarsch. Von den Lakota wird der Bison als großer Bruder verehrt, bestimmten doch die riesigen Herden für Jahrhunderte den Lebensrhythmus der Indianer. Heute gilt die Rückkehr der Bisons als eine der größten Erfolgsgeschichten des Naturschutzes der Vereinigten Staaten.

Anavilhanas-Nationalpark

Brasilien – Amazonien

Spielplatz der Flussdelfine

Der tintenfarbene Rio Negro fließt spiegelglatt durch eine der letzten unangetasteten Wildnisse der Erde, schiebt sich vorbei an schneeweißen Sandstränden und schwarzgrünen Urwaldriesen, zerschneidet den Dschungel zum größten Süßwasserarchipel der Erde. Das Labyrinth aus Wald und Wasser besteht aus mehreren Hundert Inseln und ist ein Rückzugsort für seltene Tiere wie Fluss-Manatis, zahlreiche Affenarten und die geheimnisvollen Botos oder Amazonasdelfine.

Schabrackenschakal

Black-backed jackal    Canis mesomelas       Nicht gefährdet

Okavangodelta, Botsuana

Schabrackenschakale kommen in zwei Unterarten im östlichen und südlichen Afrika von Eritrea bis Tansania und von Angola bis in den Süden Mosambiks vor. Sie sind sehr anpassungsfähig und in verschiedenen Lebensräumen von Trockensavannen bis Hochgebirgen und auch auf Farmland zu finden. Auch bei ihrer Ernährung sind sie nicht wählerisch: Von Insekten über Vögel bis zu kleinen Antilopen erbeuten Schakale, was die Gelegenheit gerade hergibt. Wenn weder Fleisch noch Aas zu erhaschen sind, verschmähen sie auch pflanzliche Kost nicht.

Rosapelikan

Great white pelican    Pelecanus onocrotalus       Nicht gefährdet

Hwange-Nationalpark, Simbabwe

Rosapelikane sind an vielen Gewässern Afrikas zuhause und brüten auch in Südosteuropa und in einigen Teilen Asiens. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung gelten die Bestände als nicht gefährdet. In einigen Regionen sind sie jedoch aufgrund der Trockenlegung und Verschmutzung von Feuchtgebieten bedroht.