Win Schumacher journalist, fotograf, weltreisender alles wahre leben ist begegnung
Suche Menü

Sabi Sand-Reservat

Südafrika – Mpumalanga

Die Schlacht um das Horn

Der erbitterte Kampf um Afrikas Nashörner geht weiter. Mehr als 7000 fielen in den letzten zehn Jahren allein der Wilderei in Südafrika zum Opfer. Zwar geht die Zahl der gewilderten Tiere seit 2015 leicht zurück. Von Entwarnung kann dennoch längst nicht die Rede sein. In einigen Schutzgebieten wie dem an den Kruger-Nationalpark angrenzenden Sabi Sand-Reservat konnten bewaffnete Ranger und speziell geschulte Hundestaffeln die Zahl der Angriffe auf die Tiere bisher weitgehend verhindern. Das Schutzgebiet gilt als eines der wenigen Orte in Afrika, wo das Überleben der Nashörner vorerst gesichert scheint.

Roraima

Brasilien/Guyana/Venezuela – Gran Sabana

Insel in den Wolken

Schier unerklimmbar ragt der Monte Roraima an der Grenze von Brasilien, Guyana und Venezuela in den Himmel über der Gran Sabana. Die Tafelberge am nördlichen Rand des Amazonasbeckens gehören zu den spektakulärsten Landschaften der Erde. Einst inspirierte der Roraima den britischen Schriftsteller Arthur Conan Doyle zu seinem Bestseller „Die verlorene Welt“. In dem Roman begegnet ein Expeditionsteam auf einem mysteriösen Tafelberg urzeitlichen Pflanzen und Dinosauriern. Ganz realitätsfern ist diese Erzählung nicht. Auch heute noch entdecken Biologen auf isolierten Tafelbergen Pflanzen, Insekten und sogar Amphibien, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.

 

Queen-Elizabeth-Nationalpark

Uganda – Western Region

Königliche Wildnis

Ugandas berühmtester Nationalpark liegt eingebettet zwischen dem Ruwenzori-Gebirge und dem Eduardsee im Ostafrikanischen Grabenbruch. Nachtblaue Kraterseen, schier endlose Savannen und dschungelüberwucherte Berghänge – der Park ist reich an spektakulären Landschaften und ein Rückzugsort für bedrohte Arten wie Elefanten, Löwen und Schimpansen. Besonders beeindruckend ist die Tierdichte am Kazinga-Kanal, wo Büffel, Elefanten und Flusspferde planschen und Tausende Vögel nisten.

Picos de Europa-Nationalpark

Spanien – Cordillera Cantábrica

Allein unter Wölfen

Der Picos de Europa-Nationalpark wurde 1918 von König Alfonso XIII als erster Nationalpark Spaniens eingeweiht. 50 Zweitausender formen hier eine der schönsten Bergkulissen Spaniens. Abenteuerlich zerklüftet ragen die schroffen Felswände aus den Buchen- und Eichenwäldern. In den Tälern liegen weit verstreut winzige Dörfer zwischen sattgrünen Viehweiden und nebelumhüllten Obstbaumhainen. Das Panorama erinnert hier viel mehr an die keltische Ursprünglichkeit von Wales und Schottland als an die sonnengebleichte Kargheit der südspanischen Sierras. Kein Wunder, dass das Gebirge zum Rückzugsort für zahlreiche bedrohte Tierarten wie den Auerhahn, den Schmutz- und Bartgeier, den Iberischen Wolf und die letzten Braunbären Spaniens wurde. Picos de Europa wurden die schneebedeckten Gipfel einst von den spanischen Seefahrern genannt. Sie waren das erste, was sie bei ihrer Rückkehr von dem alten Kontinent zu sehen bekamen. Aus ihrer Mitte ragt abenteuerlich zerklüftet das Zentralmassiv Los Urrieles mit dem 2650m hohen Torre de Cerredo auf. Durchbohrt ist die imposante Bergwelt von einer Vielzahl an Höhlen und Grotten. Das Cerro del Cuevón-Höhlensystem wurde erst 1998 entdeckt. Es ist mit 1,6 Kilometern eines der tiefsten der Welt.

Osterinsel

Chile – Polynesien

Insel der steinernen Giganten

Die 164 riesigen Moai-Steinköpfe machen die Osterinsel zum faszinierendsten Freilichtmuseum der Welt. Doch auch die lebendige polynesische Kultur und die Natur der Insel sind spektakulär: Erloschene Vulkane, atemraubende Steilküsten und der ungezähmte Pazifik, der hier mit wilder Kraft an die entlegene Insel klatscht. Kein Wunder, dass jedes Jahr mehr Touristen kommen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Die zu Chile gehörende Insel ist der abgeschiedenste Flecken der Welt, auf dem Menschen leben. Das Eiland liegt mitten im Pazifik. Bis zum nächsten Stück Land, der Pitcairn-Insel im Westen, sind es 2200 Kilometer, bis zur Hauptstadt Santiago im Osten fast fünf Flugstunden.

Ningaloo-Riff

Australien – Korallenküste

Ein sanfter Riese

Tatsächlich, da ist er! Seelenruhig treibt der gepunktete Ozeanriese unter der Wasseroberfläche. Das weit geöffnete Maul des Walhais wäre beinahe groß genug, um mit einem Sog die Schnorchlergruppe aufzusaugen. Der Planktonfresser scheint von dem aufgeregt strampelnden Menschenvolk jedoch wenig beeindruckt. Für ihn ist es weder Gefahr noch Beute. Majestätisch gleitet er dahin, filtert literweise Wasser durch seine mächtigen Kiemen. Anders als beim bekannteren Great Barrier-Riff beginnt das Ningaloo-Riff direkt hinter der Küste und sind noch nicht so stark vom Massenkorallenbleichen zerstört. Die meisten Touristen kommen allein für den Star unter den Bewohnern des Ningaloo-Riffs. Mit über 12 Metern Länge und einem Gewicht von über 12 Tonnen ist der Walhai der größte Fisch der Welt. Doch an Australiens größtem Saumriff tummeln sich auch Buckel- und Schwertwale, Mantarochen, Dugongs und die seltenen Lederschildkröten.

Mashpi-Reservat

Ecuador – Chocó-Bergnebelwald

Entdeckerlust am Äquator

Das Mashpi-Reservat ist Teil des Chocó-Bergnebelwalds, der von Amazonien durch die Andenkette abgeschnitten ist und so einer eigenständigen Tierwelt einen Lebensraum bietet, die sich deutlich von der Fauna in östlich des Hochgebirges gelegenen Waldgebieten unterscheidet. Der WWF zählt den Chocó zu den zehn wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Erde mit einzigartiger Artendichte und einem hohen Anteil an Endemismus. 106 verschiedene Amphibien und Reptilien leben im Mashpi-Bergnebelwald auf wenigen Quadratkilometern, 400 der mehr als 1600 Vogelarten Ecuadors wurden bereits im Schutzgebiet gezählt, darunter allein 35 Kolibriarten und der kräftig orangefarbene Andenfelsenhahn, der Nationalvogel von Peru. Der südamerikanische Bergnebelwald ist aber auch eine der am stärksten bedrohten Ökoregionen der Erde. Die Wälder werden seit Jahrzehnten für Ölpalm-Plantagen und Viehweiden gerodet. Einem Ausbau des Panamerican Highways in Kolumbien könnten weitere Gebiete des Chocó-Walds zum Opfer fallen. Durch die fortschreitenden Umweltzerstörungen sind nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch indigene Völker bedroht, die seit Jahrtausenden entlang der zahllosen Flüssen leben, die den Anden entspringen. Ihre eindringlichen Proteste gegen die Erschließung ihres Lebensraums durch immer neue Plantagen und Straßenbauprojekte verhallen aber oftmals ungehört.

Lobéké-Nationalpark

Kamerun – Sangha Trinational

Bedrohte Vielfalt

Im Lobéké-Nationalpark im Südosten Kameruns ist ein großer Teil der enormen Artenvielfalt des Kongobeckens zu Hause. Er ist Teil des UNESCO-Welterbes Trinational de la Sangha. Im Park leben Westliche Flachlandgorillas, Waldelefanten, Rotbüffel, Bongos und über 300 Vogelarten. Das Schutzgebiet ist durch Elfenbein-Wilderer und illegale Jagd bedroht. Auch durch die stark wachsende Bevölkerung und die Holzindustrie steht der Naturschutz in der Region unter Druck.

Kahurangi-Nationalpark

Neuseeland Südinsel

Zeitreise ins Land der Maori

Wer auf dem Heaphy-Track durch den Kahurangi-Nationalpark wandert, bekommt einen Eindruck von der abenteuerlichen neuen Welt, die die Maori, die ersten Bewohner Neuseelands, entdeckten, als sie wahrscheinlich im 13. Jahrhundert mit ihren Kanus an den Küsten Aotearoas, dem Land der langen weißen Wolke, strandeten. Mit fast 80 Kilometern ist der Heaphy Track der längste der Great Walks, der spektakulären Hauptwanderwege Neuseelands. Er durchquert verwunschene Farnwälder und Feuchtgebiete, auf schwankenden Hängebrücken balanciert man über nie gezähmte Flüsse. Auf dem letzten Abschnitt führt der Pfad entlang der wilden Nordwestküste entlang windgepeitschter Strände und durch Haine mit zerzausten Nikau-Palmen. Mit ungebrochener Wucht leckt der Ozean am Urwald. Durch die Baumkronen dringt nur spärlich Licht auf den Waldboden. Das dichte Unterholz ist das Jagdgebiet von Wetas, bis zu 70 Gramm schweren Langfühlerschrecken, und endemischen fleischfressenden Schnecken auf der Suche nach Insektenlarven und Würmern – ein Abenteuerland für alle, die die ursprüngliche Natur der Südinsel entdecken möchten.

Ilha Grande

Brasilien Rio de Janeiro

Ein Paradies für jeden Tag

Die dschungelumwucherten Sandstrände der Ilha Grande wurden mehrfach zu den schönsten Südamerikas gekürt. Doch allein für einen Badeurlaub ist die Insel viel zu schade. Sie ist gerade für Wanderer und Naturfreunde ein Eldorado. Der weitgehend erhaltene atlantische Regenwald beherbergt seltene Arten wie Brüllaffen, Faultiere und zahlreiche Vogelarten. Wem die Hauptinsel noch nicht einsam genug ist, der wird auf den mehr als 365 kleineren umliegenden Inselchen des Archipels mit Sicherheit die passende für seine ganz persönliche Robinsonade finden.